[message salon] message salon rewind, Vernissage Mittwoch 9. März, 18h, Plätzchen vi a vis Ankerstrasse 6

Esther Eppstein news at messagesalon.ch
Fr Mär 4 13:39:59 CET 2022


Einladung zur Vernissage und Ausstellung 

message salon rewind
Esther Eppstein
Am 4. April 1996 eröffnet Esther Eppstein den message salon an der Ankerstrasse 6, in Zürich Aussersihl. 
26 Jahre später kehrt message salon zurück an den Ort, wo alles begann.

Vernissage Mittwoch 9. März, 18 Uhr
Plätzchen vis à vis Ankerstrasse 6, 8004 Zürich

"der message salon fotoband. 49 Vernissagen April 96 bis Oktober 97"
Video und Foto Esther Eppstein, 60 Min.,1998, ohne Ton 
!! ab heute!! täglich 17–02 Uhr im "defekt!“-Schaufenster, Ankerstrasse und Zweierstrasse

Ausstellung bis 2. April 2022
message salon embassy Réception
Köchlistrasse 5, 8004 Zürich
jeweils samstags 15–18 Uhr, oder nach Vereinbarung

Mit Dank an Valentina Stieger, Nadia Hauri, Benjamin Sommerhalder, Videocompany, defekt! und Styro. 
Unterstützt von Genossenschaft Dreieck, Zürich

https://messagesalon.ch/ <https://messagesalon.ch/>

Mitte der neunziger Jahren erwacht das Kulturleben in der Stadt Zürich, nach niedergeschlagener Jugendrevolte und Verwahrlosung im Drogenelend der späten achtziger Jahre. Die bislang mehrheitlich im Untergrund oder in besetzten Häusern aktive Alternativkultur erobert sich neue Räume, die vielen leerstehenden Ladenlokale oder Industriegelände werden von Kreativen neu definiert und belebt. Es bildet sich eine junge, neue Szene aus dem ungestillten Bedürfnis nach Freiraum, Gemeinschaft, Austausch, Experiment und Party. Noch gibt es keine Kunstdiplome und der kommerziell-professionalisierte, globalisierte Hyper-Kunstbetrieb macht sich erst gerade auf, zum nächsten grossen Ding zu werden.

In diesem Zeitgeist des Aufbruchs eröffnet Esther Eppstein 1996 den Kunstraum „message salon“ in einem leerstehenden ehemaligen Spiegelgeschäft im Zürcher Wohnquartier Dreieck, am Tor zu Aussersihl. Durch die Jahre der Drogenszene ist die Innenstadt und der Kreis 4 heruntergewirtschaftet und verwaist, es gibt kaum Kulturräume, Nachtleben oder Gewerbe, ausser dem Rotlichtmilieu in kleinen Ladenlokalen, mit wackeligen Klebbuchstaben beschriftet: massage salon.

message salon wird in kürzester Zeit zum hybriden Treffpunkt und Treiber einer sich neu erfindenden Zürcher Kunstszene. Alles ist Do-it-yourself und Low-Budget, man hilft sich aus, Produktionsbudgets sind unbekannt, aber man kennt jemand mit einem Transporter, oder noch besser, mit einer Videokamera. Förderung gibt es keine, mit improvisierter Bar und etwas Kunstverkauf lässt sich Geld generieren, es reicht knapp, um die Miete zu bezahlen, die Programme zu drucken und das Porto für den Postversand zu bezahlen.

Die Vernissage, der soziale Treffpunkt, das Kreieren einer Szene, ist von Beginn weg Esther Eppsteins künstlerisches Interesse, mit einer analogen Olympus-miu-Kamera dokumentiert sie das Geschehen und die Menschen in ihrem Salon. In der letzten Ausstellung an der Ankerstrasse, im Oktober 1997, zeigt Esther Eppstein die Fotoinstallation „Keine Tränen“, inklusive dem VHS-Video „der message salon fotoband, 49 Vernissagen, April 96 bis Oktober 97“.

Anfänglich auf drei Monate befristet, existiert message salon zwei Jahre an der Ankerstrasse, bis die von den Bewohnenden gebildete Genossenschaft Dreieck das vor dem Abbruch gerettete Wohnquartier sanieren kann. Zwischenzeitlich ist die etablierte Zürcher Kunstwelt auf die neue Szene im Kreis 4 aufmerksam geworden. In der von Bice Curiger kuratierten Ausstellung „Freie Sicht aufs Mittelmeer“ im Kunsthaus Zürich, werden Künstlerinnen und Künstler aus dem message salon Umfeld gezeigt und message salon eingeladen, sich vorzustellen. 
In diesem Rahmen präsentiert Esther Eppstein im Sommer 1998 die Publikation „message salon, Ankerstrasse 6“, gestaltet von Alexis Saile und herausgegeben von Andreas Züst und Scalo Verlag, in einer Kunst-Shop-Installation auf dem Vorplatz des Kunsthauses Zürich. Teil der Publikation ist das VHS-Videotape „Der message salon Fotoband“, mit einer zusätzlichen Tonspur der Zürcher Audiokünstlerin Stini Arn.

Nach dem Ende an der Ankerstrasse ziehen Esther Eppstein und message salon weiter, in einen Wohnwagen, in ein Ladenlokal am Rigiplatz, in die Perla-Mode an der Langstrasse, danach mit dem nomadischen Residency-Projekt message salon embassy auch ins Ausland. Und nun schliesst sich der Kreis: unweit des ersten message salon an der Ankerstrasse eröffnet Esther Eppstein im Dezember 2021 den aktuellen Standort message salon embassy Réception, an der Köchlistrasse 5.

Mit der Ausstellung „message salon rewind“ zeigt Esther Eppstein im Lokal an der Köchlistrasse eine kleine Installation mit Fotos, Flyers und Dokumenten, sowie das Originalvideo der Publikation mit der Audiospur von Stini Arn.

In einem „re-setting“ in den Schaufenstern des Ladenlokals an der Ankerstrasse, darin sich heute die Reparaturwerkstatt „defekt!“ von Techno-Pionier Styro befindet, ist während der Abendstunden in beiden Schaufenstern das Video „der message salon Fotoband, 49 Vernissagen, April 96 bis Oktober 97“ zu sehen. 

Anlässlich der Ausstellung publiziert Esther Eppstein ein neues Fanzine mit bisher unveröffentlichten Fotos von message salon Ankerstrasse 6.


ENGLISH

On April 4th 1996 Esther Eppstein opens the message salon at Ankerstrasse 6, in Zürich Aussersihl.  26 years later Esther Eppstein returns to the place where it all began.

In the mid-nineties, cultural life awakens in the city of Zürich, after the suppressed youth revolt and the neglect during the drug misery of the late eighties. The alternative culture, hitherto mostly active underground or in squats, conquers new spaces; the many store premises or industrial sites left vacant are redefined and revitalized by creative people. A young, new scene is forming out of the unquenched need for free space, community, exchange, experimentation and party. There are no art diplomas yet, and the commercialized, professionalized, globalized hyper-art business is only just setting out to become the next big thing.

In this zeitgeist of departure, Esther Eppstein opened the art space “message salon” in 1996 in a vacant former mirror store in Zürich’s Dreieck residential district, at the gateway to Aussersihl. Due to the years of the drug scene, the inner city and Kreis 4 are run down and deserted, there are hardly any cultural spaces, nightlife or commerce, except for the red light milieu in small storefronts, labeled with shaky adhesive letters: massage salon.

message salon quickly becomes the hybrid meeting place of a reinventing Zürich art scene. Everything is do-it-yourself and low-budget, people help each other out, production budgets are unknown, but you know someone with a van or even better, with a video camera. There is no funding, with an improvised bar and some art sales money can be generated, it is just enough to pay the rent, print the programs and pay the postage for the mailings.

The vernissage, the social meeting place, the creation of a scene, is Esther Eppstein’s artistic interest from the very beginning. With an analog Olympus-miu camera she documents the happenings and the people in her salon. In the last exhibition at Ankerstrasse, in October 1997, Esther Eppstein shows the photo installation “Keine Tränen” (“No Tears”), including the VHS video “der message salon fotoband, 49 Vernissagen, April 96 to October 97”.

Initially limited to three months, message salon existed for two years on Ankerstrasse until the Dreieck cooperative, formed by the residents, was able to redevelop the residential quarter, which had been saved from demolition. In the meantime, the established Zurich art world has become aware of the new scene in Kreis 4. In the exhibition “Freie Sicht aufs Mittelmeer” (“Free View of the Mediterranean”) curated by Bice Curiger at the Kunsthaus Zürich, artists from the message salon environment are shown and message salon is invited to introduce itself.
 In this context, Esther Eppstein presents the publication “message salon, Ankerstrasse 6”, designed by Alexis Saile and published by Andreas Züst and Scalo Verlag, in an art store installation on the forecourt of the Kunsthaus Zürich in summer 1998. Part of the publication is the VHS videotape “Der message salon Fotoband”, with an additional soundtrack by Zürich audio artist Stini Arn.

After the closing at Ankerstrasse, Esther Eppstein and message salon move on, into a caravan, into a store at Rigiplatz, into Perla-Mode at Langstrasse, then also abroad with the nomadic residency project message salon embassy. And now it comes full circle: not far from the first message salon on Ankerstrasse, Esther Eppstein opens the current location message salon embassy Réception, at Köchlistrasse 5, in December 2021.

With the exhibition “message salon rewind”, Esther Eppstein shows a small installation with photos, flyers and documents, as well as the original video of the publication with the audio track by Stini Arn, in the location at Köchlistrasse.
 In a “re-setting” in the windows of the store on Ankerstrasse, which today houses the repair workshop “defekt!” of techno pioneer Styro, the video “der message salon Fotoband, 49 Vernissagen, April 96 to October 97” can be seen in both shop windows during the evening hours.

On the occasion of the exhibition Esther Eppstein publishes the new fanzine “message salon rewind”, with previously unpublished photos of message salon Ankerstrasse 6.

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